Freitag, 29. Oktober 2021

Nußloch intakt: Wofür wir stehen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, nachdem wir uns in der letzten Ausgabe Ihrer Rathaus-Rundschau als neuer Verein vorgestellt haben, möchten wir Ihnen nun näherbringen, welche Motive uns dazu bewogen haben, „Nußloch intakt – Bürgerinitiative für ein l(i)ebenswertes Nußloch“ zu gründen.

Wir sind Nußlocher Bürger, die über lange Jahre schätzen gelernt haben, wie schön und außergewöhnlich unsere Wohngemeinde in Hanglage im Übergang zum Kleinen Odenwald ist. Es ist ein besonderer, intakter Ort mit hoher Lebensqualität und behutsam erhaltenem dörflichem Charakter, der rundum in einen Grüngürtel aus Wald, Streuobstwiesen und landwirtschaftlichen Flächen eingebettet ist. Hier wurden noch keine städteplanerischen Fehler gemacht wie in manch anderen Kreisstädten und Gemeinden, die über viele Jahrzehnte nicht mehr zu korrigieren sind und den heutigen Anforderungen an Nachhaltigkeit nicht gerecht werden: Keine Zersiedlung, keine stetige Flächenexpansion und Flächenversiegelung, keine Ansiedlung diverser Verbrauchermärkte in den Außenbereichen, keine ausgestorbene Ortsmitte.

Der mehrheitliche Gemeinderatsbeschluss vom 24.02.2021 (Top 8: Einzelhandel Nord - Vergabe der Planerleistungen) zur Vorbereitung eines Aufstellungsbeschlusses, um am idyllischen nördlichen Ortseingang Richtung Leimen - heute eine natürliche Weidefläche für den benachbarten Schafhof und Teil des grünen Naherholungsgebietes – noch ein Supermarktareal mit großem Parkplatz anzusiedeln, hat uns bewogen, aktiv zu werden. Deshalb möchten wir im Folgenden erläutern, woFÜR wir uns als Bürger einsetzen.

Wir möchten, dass keine weitere Einkaufskonkurrenz an der Peripherie entsteht. Unser lebendiges Ortszentrum soll als sozialer und ökonomischer Mittelpunkt geschützt werden. Hier gilt es die bestehenden Aufenthalts-, Einkaufs- und Erledigungsmöglichkeiten zu erhalten und zu stärken. Dies betrifft auch das Nahversorgungszentrum Massengasse/Mühlstraße mit dem Penny-Markt als Ankerstandort und seinen umliegenden Geschäften.

Des Weiteren wird auf allen politischen Ebenen bekundet, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen für unsere Zukunft ist. Wir sind der Meinung, dass Umwelt-, Klima- und Naturschutz und damit der Erhalt unseres Grüngürtels, des Landschaftsbildes und unserer betroffenen kleinbäuerlichen Landwirtschaft wichtiger sind, als eine weitere Supermarktfiliale für den Konsum zu bauen. Das wäre übrigens der dritte Supermarkt in Nußloch und die 26. Supermarktfiliale im Umkreis von nur ca. 5 km.

Nicht zuletzt hätte die Ansiedlung dieses Gewerbebetriebes im Norden von Nußloch auch Auswirkungen auf den innerörtlichen Verkehr. Der tägliche Anlieferverkehr mit Lkws und Transportern wird von der B3 kommend durch die Massengasse und Kurpfalzstraße bis zum nördlichen Kreisverkehr laufen. Auch der Pkw-Verkehr zum und vom Supermarkt muss durch die Hauptstraße, durch die Kurpfalzstraße oder durch den Prozessionsweg zum nördlichen Ortsausgang und wieder zurück.

Das Vorantreiben des aus unserer Sicht unnötigen, flächenintensiven Supermarktvorhabens widerspricht den parteiübergreifend vereinbarten Zielen und Leitlinien des Klimaschutzkonzeptes genauso wie dem Gemeindeentwicklungskonzept 2035 der Gemeinde Nußloch (Planungsprämisse „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“). Auch das geplante Mobilitäts- und Verkehrskonzept soll den innerörtlichen Verkehr reduzieren und verträglicher machen - und nicht weiter steigern. Genau das Gegenteil wäre durch das Bauprojekt zu befürchten.

Aus diesen Gründen sind wir bei diesem Projekt der festen Überzeugung, dass es weder gebraucht wird noch am grünen Ortsrand zu den strategischen und nachhaltigkeitsorientierten Zielen unserer Gemeinde passt. Für diese Überzeugung werden wir uns weiter einsetzen.

Wenn Sie dieses Anliegen teilen, freuen wir uns über Ihre Anregungen und Ihre Unterstützung!

(Aus der Rathaus-Rundschau 29.10.2021)

Foto: Jürgen Scheuermann

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